Durch mehr Geldausgeben wird nicht unbedingt auch ein guter Schutz gewährleistet.
Viel mehr gibt es gute Schutzerweiterungen für Windows, die kostenlos sind.
Heute möchte ich Ihnen diese Erweiterungen präsentieren.
Unterschiede kostenloser und kostenpflichtiger Antiviren-Software
Allgemein gesagt zeichnet sich der einzig große Unterschied zwischen kostenloser Antiviren-Software und solcher, die etwas kostet, wie z.B. Norton oder Kaspersky, dadurch ab, dass die kostenlosen Programme nicht oder eingeschränkt über eine Verhaltensanalyse verfügt.
Sie ist also nicht so gut in der Lage das Verhalten von Programmen zu untersuchen und ggf. verdächtige Handlungen, wie z.b. Einträge in die Registry oder Mitschnitte der Tastatureingaben, zu erkennen und sie frühzeitig zu unterbinden.
ThreadFire als sinnvolle Ergänzung
Wer trotz allem keine Lust hat viel Geld auszugeben ist mit dem Tool ThreatFire ebenfalls stolzer Besitzer einer guten Verhaltenserkennung, welche als Ergänzung mit anderen Antiviren-Programmen (wie z.B. AntiVir) zusammenarbeitet.
Es wird allerdings davon abgeraten sich nur auf diesen Ergänzungsschutz zu beschränken ganz ohne Signatur- und Heuristikerkennung, da es vorkommen kann, dass ein Schädling beim Ausführen nicht erkannt wird und somit das System infiziert.
Alles über ThreadFire
ThreadFire (Download unten) hält sich dezent im Hintergrund und warnt bei verdächtigen Aktivitäten. Durch eine Meldung als Popup macht sich das Tool bemerkbar und fragt den Benutzer, ob das erkannte Programm fortgesetzt oder blockiert werden soll.
In seltenen Fällen – bei eindeutigen Aktivitäten – schreitet ThreadFire sofort ein und unterbindet die Prozesse eines Schädlings.
Ein Vergleich der Geschwindigkeitsmessungen zeigt, dass ein Rundumschutz
(z.B. Microsoft Security Essentials) gegenübergestellt einer Kombination aus ThreadFire und MSE (kostenloser Virenscanner) gleichschnell arbeitet.
Lediglich Unterschiede zeigten sich beim ersten Starten von Programmen oder Dateien, wobei ThreadFire in Kombination etwas langsamer arbeitete. Auch der Hauptspeicher war mit 10 MBytes nicht gerade besser dran.
In einem weiteren Test schnitt es dafür um so besser ab!
Im Vergleich mit Norton hatte Norton 15 Schädlinge als solche nicht erkannt. Diese 15 von hand ausgeführten Schädlinge wurden aber von ThreadFire erfolgreich blockiert. Am Ende war der Computer nicht infiziert, es blieben lediglich nur zwei Rückstände im System: Ein Registryeintrag und eine ausführbare Datei.
ThreadFire muss aber nicht unbeding besser sein als die Konkurrenz.
Der große Vorteil gegen Andere ergibt sich jedoch duch die große Community, die Informationen über verdächtige Dateien, die von ThreadFire als leicht verdächtig eingestuft werden, an den Hersteller sendet. Dieser weiß dann zum einen über neue Bedrohungen schnellstmöglich bescheid, zum anderen wird eine Datenbank von gutartigen Programmen erstellt, die eine genauere Erkennung zulässt.
Trotz der großen Datenbank besteht weiterhin das Risiko eines Fehlalarms, die Wahrscheinlichkeit wird allerdings geringer. Teilweise werden auch ganze Dateien zur Analyse an den Hersteller gesendet. Allerdings sind – so Hersteller – nur ausführbare Dateien und keine Dokumente, wie z.B. PDF- oder DOC-Dateien, mit inbegriffen. Ebenfalls werden keine privaten Dateien hochgeladen.
Bei einem Schädlingsfund wird der Benutzer nicht gleich mit Meldungen und Informationen rund um diesen überflutet. Es lässt sich aber trotzdem auch genauere Informationen anzeigen lassen zum Beispiel über die Ursachen der kritischen Einstufung.
Mein Fazit: Sehr übersichtliches, trotzdem informatives Hilfsmittel zur Verringerung einer Schädlingsinfektion auf dem Computer.
Firewalls – Eine weitere Schutzmaßnahme
Als weiteren Schutz gibt es trotz Router, die bereits teilweise als Firewall dienen, noch
Personal Firewalls, die als Software installiert werden können. Das Ziel ist es, bösartige Aktivitäten zu unterbinden. Dabei wird zum einen Wert darauf gelegt, dass Trojaner keine Informationen und Dateien nach außen, in das Internet, schicken können, zum anderen dass Angriffe aus dem Netz durch die Firewall blokiert werden und dem Computer nichts anhaben.
Durch den Zuwachs an Routern, die bereits fast in jedem Haushalt vorhanden sind, nimmt aber die Funktion der Personal Firewall als Schutzwall gegen Angriffe von außen ab, da die Routerfirewall derartige Unterfangen abwehrt.
Aber nicht nur der Router, sondern auch die zunehmende Anzahl an Programmen, die in ein Netzwerk funken hat extrem zugenommen, sodass eine Personal Firewall schlicht sinnlos geworden ist. Selbst erfahrene Computeranwender haben oftmals nicht die Möglichkeit eine gutwartige von einer bösartigen Verbindung in das Internet zu unterscheiden. Daher lassen viele Firewalls aus Internet-Security-Suiten den Netzwerkverkehr, soweit nicht extrem auffällig, einfach ohne ihn zu kontrollieren durch.
Eine gute, kostenlose Firewall ist sogar schon die Windows-Firewall. Seit Vista ist es sogar möglich zwischen verschiedenen Netzwerken zu unterscheiden. So lassen sich zum Beispiel Netzwerke in “Internet Netzwerk”, “Privates Netzwerk” oder “Öffentliches Netzwerk” einteilen. Freigaben von Dateien sind dann zum Beispiel nur im Netzwerk, das als “privat” gekennzeichnet worden ist, sichtbar, aber nicht in einem öffentlichen Netzwerk (Internetcafe).
Allerdings ist bei der Windows-Firewall stets darauf zu achten, dass sich Programme nicht einfach über die Registry als Ausnahme in die Firewall eintragen, so dass sie uneingeschränkt senden und empfangen können!
Updates
Alte Programmversionen stellen schon seit langer Zeit ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Sicherheitslücken in Browsern, Adobe Reader, MS Office oder Java werden bewusst ausgenutzt – da sie auf den meisten Computern vertreten sind – um Spionageprogramme oder Bot-Netzwerk-Software zu installieren. Selbst auf seriösen Seiten beispielsweise können Schädlinge durch Sicherheitslücken ein System befallen, wenn Kriminelle einen Server durch Ausnutzen einer weiteren Sicherheitlücke unter ihre Kontrolle gebracht haben.
Auch die Update-Funktion von Windows sollte stets aktiviert sein. Denn sie sichert nicht nur
das System, sondern auch Programme von Microsoft, wie das MS Office, die teilweise
schwere Sicherheitslücken aufweisen können.
Leider ist es mit dem Windows-Updater aber nicht möglich Programme von Drittanbietern automatisch auf den neusten Stand zu halten, wie es in Linux beispielweise der Fall ist. Hierfür gibt es aber ebenfalls Programme von Drittanbietern, die das Problem lösen (Siehe unten). Jedoch gibt es auch hier keine hundert prozentige Sicherheit.
Anhang
ThreadFire: Entwicklerseite – Download
Update-Reminder (Automatische Updateprüfung von Programmen): Homepage
Browser Add-On “Web of Trust” (warnt bei verdächtigen Suchergebnissen): Entwicklerseite