Virenscanner für Windows Home Server
Juni 20th, 2010 von
Manu
Auf den meisten Netzwerkspeichern, wie z.B. Acer Aspire Easystore oder HP Media Smart, mit Windows Home Server als Betriebssystem findet sich der vorinstallierte Virenscanner McAfee Total Protection. Doch kaum ein User ist mit diesem Schutz zufrieden, wie zahlreiche Kritik in Foren bestätigt. Dabei spielen vorallem Update-Fehler und Tutorials zur komplizierten Deinstallation eine große Rolle. Wir zeigen euch mit diesem Artikel Alternativen zu das vom Hersteller vernachlässigte Produkt.
Nicht nur auf PC-Systemen ist ein Scanner sinnvoll. Windows-Basierte NAS profitieren ebenfalls von einem Virenschutz. Ein System, das als Backup-Lösung, Datenspeicher oder Streaming-Server dient ist zwar nicht so anfällig, wie ein Desktop-PC, da auf dem NAS weder unzählige Programme installiert, noch mit ihm im Internet gesurft wird. Trotzdem können sich im Laufe der Zeit Schädlinge auf seiner Festplatte ansammeln, die nur darauf warten, dass sie durch einen unachtsamen Klick eines Clients dessen System befallen können. Manche Viren kopieren sich gezielt auf Netzwerkfreigaben, also auch auf den NAS-Netzwerk-Speicher. Andere, insbesondere Würmer, können auch über Sicherheitslücken im Server-Betriebssystem Windows eindringen. Leider sind viele Virenscanner für Windows-Server sehr teuer und oft auch nicht kompatible zu der Managementkonsole des Home Servers. Viele Desktop-Antivirus-Produkte lassen eine Installation auf einem WHS (Windows Home Server) erst gar nicht zu. Dazu gehören besonders die kostenlosen Produkte. Aber auch die Security Essentials von Microsoft zählt zu diesen. Der Hersteller Eset hingegen wirbt für sein Produkt NOD32 mit Heimserver-Betriebssystems Unterstützung. Doch wie andere WHS lauffähige Scanner auch lässt sich die Software nur über eine Remote-Desktop-Verbindung umständlich bedienen, um beispielsweise das System nach Viren zu durchsuchen oder gespeicherte Log-Daten auszuwerten. Eine andere Steuerung, wie z.B. über HTTP im Netzwerkt, ist nicht möglich. Viel schlimmer hingegen ist, dass Virenwarnungen sehr lange auf dem Server-Desktop verweilen, ohne dass sie beachtet wurden. Des weiteren können Desktop-Scanner, die nicht ausdrücklich für einen Windows Home Server entwickelt wurden, mit den Server-Spezialitäten nicht zurecht kommen und Dateien bei Ordnerduplizierungen beschädigen.
Auch andere Hersteller, wie Avast oder F-Secure haben speziell für den WHS Versionen ihrer Software auf den Markt gebracht. Sie werben mit einer besseren Integration in die WHS-Managementkonsole als Addins, sodass es möglich ist dessen Software per WHSConnector von Windows-PCs im Netzwerk zu steuern. Die Engines der Software arbeiten mit On-Demand- und On-Access-Scanner, welche, wie bei den Desktop-Varianten, ebenfalls die gleiche Erkennungsraten aufweisen.
Zentrale Verwaltung
Avast 4 (WHS Edition) bietet derzeit die beste und ungewöhnlichste WHS-Integration. In der Konsolenübersicht werden Clients angezeigt, auf denen bereits ein AvastDesktop-Schutz installiert ist. So lässt sich z.B. über den WHS sehen, auf welchem Stand die Viren-Datenbanken der Desktop-Scanner sind oder man ist in der Lage Scans und Updates zu starten. Ein manuelles Update der Clients ist aber nicht über den Server möglich. Popup-Benachrichtigungen über Virenfunde kommen ebenfalls nicht per WHS-Connector bei den Clients an. Der Avast-4-Desktopschutz ist sehr schnell und bietet ein sehr gutes Ergebnis bei Signaturscans. Jedoch schneidet er bei einem Heuristik-Scan eher schlecht ab und bietet keine Verhaltenserkennung.
Die Steuerung über die WHS-Konsole ist ebenfalls sehr eingeschränkt. Viele Einstellungen können nur über das Konfigurationsprogramm, welches man auch hier per Remote-Desktop ausführen muss, vorgenommen werden. Ein Beispiel für eine solche Einstellung ist u.a. der Mailfilter. Außerdem kommt es in der Kommunikation der AvastClient-Scanner und dem Scanner auf dem WHS, gerade bei der Free-Edition, des öfteren zu Problemen. Informationsfelder, wie z.B. für Programmversionen oder Aktualisierungsstand, bleiben einfach leer. Avast lässt sich für 60 Tage kostenlos auf dem WHS nutzen und ist in diesem Zeitraum uneingeschränkt lauffähig. Wer sich für diese Variante, z.B. vor einem Kauf, entscheidet, muss sich auf Probleme bei der Deinstallation einstellen. Es erscheint oft eine Fehlermeldung, die besagt, dass ein Dienst nicht gestartet worden ist.
Fazit: Viele WHS-Scanner hinken den Desktop-Scannern in Sachen Versionspflege hinterher. Dennoch bietet Avast einen zufriedenstellenden Scanner an, der sich mehr oder weniger gut in die Konsole des WHS integriert, aber trotzdem nicht komplett über diese gesteuert werden kann.
Geschrieben in Computerwissen |
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